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24.10.2016

Lesezeit: etwa 8 Minuten

Frank Schwerdt und sein Vermächtnis: Ein Muster an Selbstlosigkeit und Idealismus

In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2016 ist der stellvertretende Parteivorsitzende der NPD, Frank Schwerdt, im Alter von 72 Jahren von uns gegangen

Nationaldemokraten! Es ist meine traurige Pflicht, Ihnen und Euch mitzuteilen, dass in der Nacht auf den 22. Oktober der Ehrenvorsitzende des Landesverbandes Thüringen und stellvertretende Parteivorsitzende der NPD, Frank Schwerdt, nach kurzer, aber schwerer Krankheit verstorben ist.

Gleichzeitig ist es mir ein großes inneres Bedürfnis, der tiefen Dankbarkeit, die ich unserem verstorbenen Kameraden gegenüber empfinde, und die ich ihm gegenüber persönlich auch immer wieder bekundet habe, hier noch einmal posthum Ausdruck zu verleihen; Dankbarkeit und Anerkennung sowohl für das Privileg, an der Seite dieses selbstlosen und mutigen Mannes gestritten haben zu dürfen als auch für die Arbeit, die Frank Schwerdt für unsere Partei über die Jahrzehnte hinweg geleistet hat und die Verdienste, die er sich als wahrer Patriot um unser Land erworben hat.

Frank Schwerdt wurde am 25. Juli 1944 in Berlin geboren, wuchs also unmittelbar nach dem Krieg in einer Zeit auf, die der Generation, der er angehörte, alles abverlangte. Im Gegensatz zu vielen anderen ruhte sich Frank Schwerdt nicht auf dem einmal Erreichten aus, und sein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein führte ihn schließlich schon in den 60er Jahren zu unserer Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Leider blieben ihm politisch bedingte Benachteiligungen und Verfolgungen nicht erspart, so dass er seinen erlernten Beruf des Vermessungsingenieures aufgrund seines Engagements verlor.

Später schloss sich Frank zunächst der CDU an, für die er kommunalpolitisch tätig war. Hier leitete er elf Jahre lang den Ortsverband Berlin-Heiligensee. Bald schon musste er erkennen, wie so viele andere auch, dass die Hoffnung, man könne in der »großen Volkspartei« CDU über deren damals noch existierenden national-konservativen Flügel das Schicksal des deutschen Volkes zum Guten wenden, eine trügerische war.

Frank Schwerdt zog daraus die richtigen Konsequenzen und reihte sich in den frühen 1990er Jahren erneut in die nationale Bewegung ein. Das Wendejahr 1989 führte ihn zunächst zu den »Republikanern« (REP), die er jedoch bereits 1991 wieder verließ, weil er beobachten musste, wie diese Partei die Sorge um ihre Erwähnung in den Verfassungsschutzberichten und vor gesellschaftlicher Ausgrenzung über ihre Sorge um das Wohl seines geliebten deutschen Vaterlandes stellte.

Seine Suche nach seiner wahren politischen Heimat ließ ihn nun zunächst zur »Deutschen Liga für Volk und Heimat« (DLVH) wechseln, wo er als Vorsitzender des Berlin-Brandenburger Landesverbandes tätig wurde und maßgeblich am Aufbau des Hoffmann-von-Fallersleben-Bildungswerkes beteiligt war.

1993 übernahm Schwerdt den Vorsitz des 1991 in Berlin gegründeten Vereins »Die Nationalen e.V.« Die Nationalen verstanden sich, wie zuvor die DLVH, als Sammlungs-und Vereinigungsbewegung des Nationalen Widerstandes, und genau das war auch eines seiner Hauptanliegen: Die Zusammenführung aller gutwilligen patriotischen Kräfte zu einer politisch schlagkräftigen Formation. Mit diesem Ansinnen traf er auf den damaligen Parteivorsitzenden Udo Voigt. Gemeinsam gelang es beiden Politikern, Die Nationalen in die NPD zu integrieren, worauf für viele Jahre der entsprechende Beiname der NPD hinwies. Auf diese Weise kehrte Frank Schwerdt wieder in seine eigentliche politische Heimat, die NPD, zurück.

Frank Schwerdt brachte über die Jahrzehnte hinweg immer wieder in vielfältiger Weise große Opfer für die von ihm vertretene politische Botschaft, auch finanzieller Art. Mitte der 1990er floss der Erlös aus dem Verkauf eigener Immobilien auch in ein entsprechendes Medien-Projekt, die Neue Thüringer Zeitung.

Seit dieser Zeit wurde Thüringen für Frank Schwerdt zu dessen zweiter Heimat. Ab dem Jahre 1998 gehörte Frank dem Parteivorstand der NPD an und ab 2001 bis zum Jahre 2012 bekleidete er die Funktion des Landesvorsitzenden der NPD in Thüringen.

Sowohl im Landesverband Thüringen wie auch in der Bundespartei, sowohl auf der politischen wie auf der persönlichen Ebene, schien Frank Schwerdt stets über allem erhaben. Kaum jemand, der sich nicht mit ihm verstand. Doch das verwundert uns nicht: Frank verfolgte nie eigene Interessen, immer stellte er sich und seine Bedürfnisse zurück, ordnete diese konsequent dem Allgemeinwohl unter – bis zum Schluss!

Daher war er auch prädestiniert für seine Aufgabe innerhalb des Parteivorstandes unserer Partei: Als Leiter der Rechtsabteilung, der sich als Nichtjurist ein unglaubliches Detailwissen und eine große Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Rechtsangelegenheiten aller Art erwarb, war ihm diese Rolle auf den Leib geschrieben, galt es doch, in diesem Amt sowohl Auseinandersetzungen innerhalb der Partei zu bewerten und möglichst zu schlichten, als auch juristisches Schwert und Schild der Partei nach außen hin zu sein.

Das zweite, gegen die NPD gerichtete Verbotsverfahren sollte sein letztes Projekt sein; er hatte er sich vorgenommen, dieses erfolgreich abzuschließen, um dann endlich in den verdienten Ruhestand treten zu können. Es erfüllt mich mit großer Trauer, dass Frank Schwerdt wenigstens diese letzte Genugtuung, diesen Generalangriff auf Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit im allgemeinen und auf die Nationaldemokratie im Besonderen abgewehrt zu haben, nicht mehr erfahren konnte. Zugleich steigert dieser Umstand meine Verachtung für diejenigen, die Grundgesetz und Bundesverfassungsgericht missbrauchen, bei dem Versuch, einen politischen Konkurrenten aus dem Wege zu räumen, und es steigert mein Unverständnis darüber, dass die Verkündung eines Urteiles, das mit größter Wahrscheinlichkeit längst in der Schublade liegt, in ganz offensichtlich völlig unnötiger Weise verzögert wird.

Gerade auch im Zusammenhang mit diesem Verbotsverfahren wurde eine weitere Eigenschaft von Frank Schwerdt uns allen abermals offenbar: Sein unbedingter Wille zur Pflichterfüllung. Obwohl Frank bereits seit einigen Jahren das Rentenalter erreicht hatte, verbrachte er dennoch täglich seine Arbeitszeit im Büro, oft weit über das Normalmaß hinaus.

Leider blieb Frank in seinem Leben auch von Schicksalsschlägen und tragischen Fügungen im privaten Bereich nicht verschont. Zu seinem Bruder, der in Kanada lebt, hatte er aus nachvollziehbaren Gründen nicht den intensiven Kontakt, wie er ihn sich wohl gewünscht hätte, und seine Lebensgefährtin Rita Bönisch verstarb schon vor einigen Jahren an Krebs.

Menschen, die viele Rückschläge einstecken müssen, geben sich oft der Verbitterung hin. Nicht so Frank Schwerdt, der sich bis zuletzt seine menschliche Größe bewahrte. Zweimal saß Frank für gewisse »Meinungsverbrechen« im Sinne des § 130 StGB im Gefängnis. Trotzdem fand Frank immer wieder die Möglichkeit, nationale Jugendliche zu fördern und investierte hierfür große Summen aus eigener Tasche.

Doch auch wenn der Anlaß sehr traurig ist, der mich zur Feder greifen ließ, um diesen Nachruf zu verfassen, so ließ mich doch eine Redewendung seiner Kameraden aus Thüringen durchaus auch einmal schmunzeln. Wohl kein Mensch habe, so heißt es dort, jemals so viel Zeit auf Zugfahrten quer durch Deutschland verbracht, wie Frank. Unermüdlich war er im Einsatz für seine – unsere – politische Mission.

Und wenn ich mich heute in der Parteizentrale umschaue und mit meinen Mitarbeitern spreche, dann fällt uns sofort auf, um wie viele große und kleine Angelegenheiten sich Frank Schwerdt kümmerte. Welchen Aktenordner auch immer ich zur Hand nehme, überall wird deutlich, mit wie vielen Vorgängen Frank befasst war – und welche nicht nur menschliche und politische, sondern eben auch fachliche Lücke er hinterlässt.

Doch nicht nur auf höchster Parteiebene, auch kommunalpolitisch engagierte sich Frank, zuletzt als Stadtrat in Erfurt in den Jahren 2009 bis 2014 auf vorbildliche Weise. Jahrelang finanzierte er zudem einen Angestellten in Thüringen, um dem Landesverband eine höhere Professionalität in der politischen Arbeit zu verschaffen. Kein Wunder, dass er schließlich sowohl zum Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes Thüringen als auch des Kreisverbandes Erfurt gewählt wurde.

Bei allen seinen Aktivitäten, und das ist eine Eigenschaft gewesen, von der man ihm zuletzt gerne dringend hätte raten wollen, eine Ausnahme zu machen, stellte er nicht nur seine materiellen Bedürfnisse, sondern auch seine eigene Gesundheit hinten an. Wir erinnern uns alle, wie oft er sich körperlichen Attacken seitens unserer politischen »Gegner« ausgesetzt sah, so beispielsweise anlässlich einer Demonstration im hessischen Darmstadt. Oder an jene Kundgebung in Erfurt, als er sich nach einer Kundgebung selbstbewusst in eine Straßenbahn setzte, die von der Antifa besetzt war. Seelenruhig telefonierte er mit Kameraden, während die Linken im Hintergrund schrien und an ihm herumzerrten.

Es bliebe noch Vieles zu sagen, über unseren treuen Kameraden Frank Schwerdt, doch für heute möchte ich es dabei bewenden lassen. Denn Frank erwartet sicherlich von uns allen, daß wir, ihn im Geiste und im Herzen tragend, eines tun, das zeitlebens sein Anspruch war: Unsere Pflicht zu erfüllen, und an die Arbeit zu gehen, um ein besseres Deutschland zu schaffen.

Mit Frank Schwerdt, der seinen letzten Kampf nach schwerer Krankheit verlor, doch durch sein Leben unsere Hochachtung gewann, ist einer der idealistischsten, kameradschaftlichsten und hilfsbereitesten Männer der Nachkriegszeit, die wir zu unserer Gemeinschaft zählen durften, im Alter von 72 Jahren von uns gegangen.

Lieber Frank! Wir, das heißt die gesamte NPD einschließlich des Parteivorstandes und des Landesvorstandes Thüringen, verneigen uns vor Dir. Den Angehörigen drücken wir unsere tief empfundene und von Herzen kommende Anteilnahme aus.

Frank Franz,
Parteivorsitzender der NPD

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