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Was ist Nationalismus?

Wenn es draußen bitter kalt ist, die Natur still zu stehend scheint, ist es an der Zeit, sich auf die eigenen Grundwerte zu besinnen. Während zum Beispiel Kommunisten gezwungen sind, sich durch mehrere Bände von Marx und Engels hindurchzukämpfen, um den Nachweis erbringen zu können, Kommunist zu sein, während Christen die Bibel und Muslime den Koran kennen sollten, ist unsereins oftmals Nationalist, ohne jemals Bücher über nationalistische Theorie gelesen zu haben. Man ist es einfach vom Gefühl her.

Man fühlt sich unwohl, wenn man im eigenen Land auf der Autobahn mit seinem PKW amerikanische Militärkonvois überholt, wenn man in der Innenstadt an der Ampel zum Stehen kommt, aus dem Fahrzeug neben einem durchs offene Fenster Türkenmusik dröhnt. Im Grunde genommen braucht man keine Bücher zu lesen, um Nationalist zu werden. Dafür reicht wie beim Tier der Instinkt. Aber natürlich kommt organisierter Nationalismus, der ernsthaft Politik betreiben will, ohne geistige Arbeit, das heißt ohne Begriffsbildung nicht aus.

„Volk“ und „Nation“ sind heute geflügelte Begriffe, die unterschiedlich, oftmals widersprüchlich Verwendung finden. Dabei ist es grundsätzlich immer ein frommer Wunsch, es dürfe nur eine gültige Definition von etwas geben. Das würde natürlich gerade beim Begriff des „Nationalismus“ die Sache ungemein erleichtern. Aber selbstverständlich kann man die Leute nicht dazu zwingen, einer bestimmten Begriffsdefinition zu folgen. 

Allgemein ist „Nationalismus“ zugleich eine politische Idee und eine politische Bewegung. Zunächst zur politischen Bewegung: Wer Mitglied der NPD oder einer freien Kameradschaft ist, gehört zur Bewegung des deutschen Nationalismus, weil er oder sie politisch organisiert ist und in der Öffentlichkeit für die Ziele bzw. für die Idee des Nationalismus einsteht und sozial angreifbar ist. Anders verhält es sich mit unseren Landsleuten, die nur bei der Fußballweltmeisterschaft ein paar Wochen lang national sind; die gehören zum deutschen Volk, nicht aber zur Bewegung des deutschen Nationalismus.

Die politische Idee des Nationalismus beruht auf dem aus dem Lateinischen stammenden Wort „Nation“ (nasci, geboren werden). Dabei handelt es sich um eine größere Abstammungsgemeinschaft, in die man hineingeboren wird. Das entsprechende deutsche Wort ist „Volk“. Man gehört zu einem Volk bzw. zu einer Nation, weil die eigenen Eltern und Großeltern auch zu dieser Gemeinschaft gehören.

Nun ist diese Definition gerade im internationalen Rahmen nicht unumstritten. Die Osteuropäer (Russen, Polen, Serben, Ungarn usw.) haben sich den deutschen Begriff der „Nation“ – im Sinne einer Abstammungsgemeinschaft – angeeignet. Hingegen liegt den sogenannten Nationen der Westeuropäer (Frankreich, England usw.) und der Amerikaner (USA, Kanada, Brasilien usw.) nicht die Abstammung zugrunde, sondern bei denen steht das bloße Bekenntnis zum Staat im Mittelpunkt. Bei uns Deutschen war das Volk vor dem Staat da, in Frankreich hat der Staat die Nation erzwungen. Bei uns handelt es sich um Stämme eines Volkes (Westfalen, Sachsen, Bayern u. a. ), die sich durch regionale Besonderheiten wie Mundarten unterscheiden; in Frankreich und England wurden verschiedene Völker zur Staatsnation vergewaltigt (Korsen, Bretonen, Elsässer, Waliser, Schotten, Nordiren etc.), die ursprünglich andere Sprachen als die von Paris und London oktroyierten sprechen.

Wenn wir deutschen Nationalisten von „Nation“ reden, sehen wir allerdings zum „Volk“ insofern einen qualitativen Unterschied, daß zwar beide Begriffe für eine Abstammungsgemeinschaft stehen, wir im „Volk“ jedoch eher den naturhaft biologischen Rohzustand sehen, die „Nation“ hingegen eine geistige Dimension beinhaltet, das heißt ein „Nationalbewußtsein“ bzw. einen nationalen Willen besitzt. Ein Volk, das sich seiner selbst bewußt ist, nennen wir Nation. Wenn sich dieser nationale Wille der Nation organisatorisch manifestiert, so sprechen wir vom Staat bzw. vom Nationalstaat.

Zur Vereinfachung nehmen wir ein Beispiel aus dem Chemieunterricht: Wasser ist demzufolge immer Wasser, ob in den Aggregatzuständen flüssig, fest, gasförmig. So müssen wir uns das Volk, die Nation und den Staat vorstellen: Volk entspricht der Natur, Nation der Natur plus dem Geist, Staat der Natur plus dem Geist plus der Organisation. Der Gegenstand ist also immer der gleiche, nur in anderer Form. Es ist wie bei der russischen Puppe: Das Volk ist in der Nation enthalten, Volk und Nation sind Bestandteile des Staates.

Der Staat ist die politische Organisation des Volkes, das natürlich – als Staatsbürger – im Rahmen des nationalen Willensbildungsprozesses dem Staat selbst angehört. Bei Vasallensystemen bzw. Marionettenregimen ist dies natürlich völlig anders. Solche Systeme, die vom Feind nach einem verlorenen Krieg installiert wurden, üben natürlich ebenfalls staatsähnliche Funktionen aus, da das Leben des Volkes in Zeiten der Fremdherrschaft weitergehen muß. Unterworfenen Völkern oktroyiert man dann von außen Grundgesetze, die gerne mit freibestimmten Verfassungen verwechselt werden; in Wirklichkeit sind es lediglich Geschäftsordnungen der Fremdherrschaft. Demgegenüber gehen die materiellen Organe des souveränen Nationalstaats, wie Regierungsämter, Verwaltung und politisches Personal, aus dem politischen Willen der Nation – als Staatsbürger – hervor. Schließlich ist der Staat für den Nationalismus kein Selbstzweck, sondern verkörpert den politischen Willen der Nation. Zusammenfassend läßt sich über den deutschen Nationalismus sagen: Seine Grundlage ist das Volk als Abstammungsgemeinschaft, sein politisches Ziel der souveräne Nationalstaat. Oder noch kürzer formuliert:

Nationalismus = ein Volk, ein Staat

Jürgen Schwab

 


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04.05.2015
DS-TV 7-15: Kinder sind unsere Zukunft!
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